Alles, was du wissen solltest
Bevor du zum ersten Mal in unsere Werkstatt kommst oder einfach nur mehr über das Handwerk erfahren möchtest: Hier findest du gesammelte Informationen rund ums Buchbinden.
Welche Papiersorten gibt es?
Im Buchbinden unterscheidet man zwischen verschiedenen Papiersorten mit unterschiedlichen Eigenschaften. Holzfreies Papier ist säurefrei und damit langlebig. Japanpapier ist dünn, aber sehr reißfest und eignet sich hervorragend für Reparaturen und Innenheftungen.
Büttenpapier hat eine raue, natürliche Oberfläche und gibt einem Notizbuch einen besonderen Charakter. Für den Alltag empfehlen wir 80 bis 100 g/m² Schreibpapier in holzfrei.
Was ist eine Fadenheftung?
Die Fadenheftung ist die traditionelle Methode, Buchseiten miteinander zu verbinden. Dabei werden einzelne Lagen, sogenannte Signaturen, mit Faden zusammengenäht. Das Ergebnis ist ein Buchblock, der flach aufgeschlagen werden kann und sehr langlebig ist.
Im Gegensatz zur Klebebindung, die bei günstigen Taschenbüchern eingesetzt wird, hält eine Fadenheftung Jahrzehnte. In unseren Kursen lernen wir die einfache Heftstichbindung und die koptische Bindung.
Was ist ein Falzbein?
Das Falzbein ist eines der wichtigsten Werkzeuge im Buchbinden. Es ist ein flaches, glattes Stäbchen, meist aus Kunststoff oder Knochen, mit dem Papierfalze geglättet und verstärkt werden. Ohne saubere Falze verzieht sich der Buchblock.
Gute Falzbeine haben eine glatte, polierte Oberfläche und eine definierte Kante. Sie sind günstig, langlebig und in keiner Buchbinderei wegzudenken.
Wozu braucht man eine Buchpresse?
Die Buchpresse wird eingesetzt, um frisch geleimte oder geheftete Buchblöcke unter Druck zu trocknen. Ohne Druck wölbt sich das Papier durch die Feuchtigkeit des Leims. Das Ergebnis wäre ein unebenes, aufgequollenes Buch.
Wir verwenden in unserer Werkstatt traditionelle Schraubenpressen. Für zu Hause reicht oft auch ein Stapel schwerer Bücher, solange der Buchblock in Folie eingeschlagen wird.
Welcher Leim wird verwendet?
Im Buchbinden kommen verschiedene Leime zum Einsatz. Buchbinderleim, auch PVA-Leim genannt, ist der Standard für die meisten Verbindungen. Er ist flexibel, säurefrei und trocknet klar. Kleister aus Stärke wird für empfindlichere Arbeiten wie das Ankleben von Vorsatzpapier verwendet.
Tierischer Knochenleim ist historisch und wird heute noch für Restaurierungsarbeiten eingesetzt. In unseren Kursen arbeiten wir hauptsächlich mit PVA-Leim.
Was ist die koptische Bindung?
Die koptische Bindung ist eine der ältesten Buchbindetechniken überhaupt. Sie stammt aus dem frühen Christentum in Ägypten und zeichnet sich durch eine sichtbare Heftung am Rücken des Buches aus. Kein Einband verdeckt die Nähte. Das sieht handwerklich und ehrlich aus.
Ein koptisch gebundenes Buch lässt sich komplett flach aufschlagen, was es ideal zum Schreiben und Zeichnen macht. Im Aufbaukurs zeigen wir diese Technik ausführlich.
Praktische Tipps
Trage bequeme Kleidung
Leim, Farbe und Papierstaub können auf Kleidung landen. Trage etwas, das du nicht schonen musst. Eine Schürze stellen wir gerne zur Verfügung.
Plane genug Zeit ein
Buchbinden lässt sich nicht hetzen. Komm ausgeruht und ohne Termindruck. Die Stunden in der Werkstatt sollen entspannt sein.
Stell Fragen
Es gibt keine dummen Fragen im Buchbinden. Wenn etwas unklar ist, frag sofort. Fehler, die früh erkannt werden, lassen sich korrigieren.
Lass den Leim trocknen
Ungeduld ist der häufigste Fehler. Warte, bis der Leim wirklich trocken ist, bevor du zum nächsten Schritt weitergehst. Das Ergebnis wird es zeigen.